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Zwischen Hoffnung und Entscheidung: Die Geschichte von „Amigo“

Ende der 70er-Jahre fuhr ich als Praktikantin beim Fachtierarzt für Pferde, Dr. Peter Witzmann, mit, der sich mit einer Fahrpraxis in Stetten/Filder niedergelassen hatte. Es war für mich eine aufregende Zeit, während ich auf meinen Studienplatz wartete.

Ein dramatischer Notfall in Stuttgart-Möhringen

Eines Tages wurden wir zu einem Notfall in Stuttgart-Möhringen gerufen. Ein großer Warmblut-Wallach hatte sich beim Ausritt vor irgendetwas erschreckt, seinen Reiter abgeworfen, war in voller Panik durchgegangen und in eine LKW-Waschanlage geraten.

Jemand hatte das Pferd, einen Braunen mit schmaler Blesse, ich glaube, er hieß „Amigo“, bereits in die Reitschule Hölzel in die Untere Körschmühle in Stuttgart-Möhringen gebracht und die schwere Verletzung am Hinterbein notdürftig verbunden.

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Eine Entscheidung über Leben und Tod

Der Besitzer wurde verständigt und musste sich entscheiden – entweder „Amigo“ notschlachten zu lassen oder eine langwierige und kostenintensive Behandlung mit ungewissem Ausgang auf sich zu nehmen. Ein späterer Einsatz als Sportpferd, falls die Heilung gelang, war ebenfalls ungewiss.

„Amigo“ war ein gutmütiges Pferd und die Tochter hing sehr an ihm. Zum Glück entschied sich der Besitzer für den Behandlungsversuch.

Das Ausmaß der Verletzung

Der Tierarzt behandelte das Pferd zunächst gegen Schock und Schmerzen, dann entfernte er vorsichtig den Verband.

Wir waren entsetzt: Das rechte Hinterbein war über die ganze Vorderseite aufgerissen. Die trapezförmige Wunde blutete heftig und in der Mitte auf Höhe des Sprunggelenks waren Sehnen und Knochen sichtbar.

Monate der intensiven Behandlung

Wochenlang wechselte der Tierarzt zweimal täglich den hohen Verband, der bis unterhalb des Knies reichte, behandelte die Wundinfektion und die durch die Entzündung hervorgerufene hochgradige Schwellung des Beines, entfernte nekrotisches Material und versorgte „Amigo“ mit Medikamenten. Allmählich begann die Wundgranulation aus der Tiefe und bedeckte die Sehnen und den Knochen.

„Amigo“ ließ die Behandlungen geduldig über sich ergehen, auch wenn dafür die „Bremse“ eingesetzt werden musste. Er durfte sich nicht viel bewegen, um die Wundheilung nicht zu behindern, und hatte monatelang Boxenruhe verordnet bekommen.

Ein langer Weg zurück

Irgendwann reichte ein Verbandswechsel pro Tag. Regelmäßig musste wildes Fleisch entfernt werden, damit sich die neue Haut von den Wundrändern her entwickeln konnte. Der ganze Prozess zog sich über ein halbes Jahr hin, bis die Wunde endlich von Narbengewebe bedeckt war.

Ein neues Leben – anders als geplant

„Amigo“ konnte nur noch als Freizeitpferd eingesetzt werden, da die riesige Narbe die Beweglichkeit des Beines einschränkte.

Aber er lebte.

Er hat die lange Prozedur dank seines geduldigen Charakters, der Liebe und Pflege seines Besitzers und nicht zuletzt durch die gute medizinische Versorgung überstanden.

Die oft unterschätzten Kosten

Die immensen Behandlungs- und Materialkosten überstiegen bei weitem den Anschaffungspreis des Pferdes.

Ein Fall, der zeigt, wie schnell emotionale Entscheidungen auch zu finanziellen Herausforderungen werden können.

👉 Mehr dazu: Warum Tierarztkosten immer teurer werden und womit du rechnen musst

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Warum Versicherung bei Pferden so wichtig ist

Pferde sind Fluchttiere. Unerwartete Geräusche oder plötzliche Bewegungen können sie jederzeit erschrecken und zum Durchgehen veranlassen. Solche Unfälle passieren schneller, als man denkt.

Gerade deshalb ist eine Krankenversicherung oder OP-Versicherung, absolut notwendig, um sie als treue Kameraden im Notfall nicht zu verlieren.

👉 Hier erfährst du die Unterschiede: OP-Versicherung oder Krankenversicherung beim Pferd – was ist sinnvoll?

Fazit

Der Fall von „Amigo“ zeigt eindrucksvoll: Medizinisch ist heute vieles möglich – aber ohne die finanziellen Mittel wäre dieser Weg kaum realisierbar gewesen.

Danke für diese gute Erfahrung!

Dr. Sigrid Baumgart
Tierärztin im Ruhestand

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