GOT-Reform 2022: Warum Tierkrankenversicherungen aus meiner Sicht als Tierarzt unverzichtbar geworden sind
Die GOT-Reform 2022 hat Tierarztkosten deutlich erhöht. Ein Tierarzt berichtet, warum Tierkrankenversicherung und OP-Versicherung heute wichtiger sind denn je – für Tierhalter und Praxen.

Seit der GOT-Reform 2022 hat sich mein Praxisalltag spürbar verändert. Die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) hat nicht nur Zahlen angepasst – sie hat die wirtschaftliche Realität in unseren Behandlungsräumen neu definiert. Ich schreibe diesen Beitrag bewusst aus meiner Sicht als Tierarzt. Denn ich habe meine Meinung zum Thema Tierkrankenversicherung in den letzten Jahren grundlegend geändert.
Die GOT-Reform und steigende Tierarztkosten
Mit der Anpassung der Gebührenordnung sind viele Leistungen deutlich teurer geworden. Gleichzeitig arbeiten wir als Tierärzte heute auf einem medizinischen Niveau, das vor zehn oder fünfzehn Jahren noch nicht selbstverständlich war:
- moderne Bildgebung
- hochwertige Labordiagnostik
- Inhalationsnarkose mit Monitoring
- intensivere Schmerztherapie
- stationäre Überwachung auf Klinikniveau
Eine Katzenkastration, die früher rund 200 Euro kostete, liegt heute – bei zeitgemäßer Durchführung – schnell bei 500 bis 800 Euro. Diese Preise sind medizinisch gerechtfertigt, jedoch sind sie für viele Tierhalter überraschend hoch. Und genau dort beginnt das Problem.
Wenn Tiermedizin zur finanziellen Belastungsprobe wird
In meiner Praxis erlebe ich immer häufiger folgende Situationen:
- Tierhalter sind von der Rechnung überfordert.
- Notfälle werden hinausgezögert.
- Diagnostik wird aus Kostengründen reduziert.
- Diskussionen entstehen an der Anmeldung.
- Im schlimmsten Fall wird aus finanziellen Gründen über Euthanasie gesprochen.
Als Tierarzt ist das eine belastende Situation.
Wir möchten medizinisch entscheiden – nicht wirtschaftlich.
Früher habe ich oft empfohlen, monatlich Geld für Tierarztkosten zurückzulegen. Doch bei einer größeren Operation, einem Kreuzbandriss oder einer Notfall-OP sind diese Rücklagen schnell aufgebraucht.
Die Realität zeigt: Rücklagen reichen heute häufig nicht mehr aus.
Warum eine Tierkrankenversicherung heute sinnvoller ist als je zuvor
Eine Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen bietet finanzielle Planbarkeit.
Aus meiner Sicht als Tierarzt hat das mehrere Vorteile:
1. Medizinische Freiheit
Ich kann die Therapie empfehlen, die medizinisch sinnvoll ist – ohne ständig die finanzielle Situation berücksichtigen zu müssen.
2. Schnellere Entscheidungen im Notfall
Keine langwierigen Preisdiskussionen. Keine Verzögerungen bei dringenden Eingriffen.
3. Mehr Vorsorge
Versicherte Tierhalter kommen häufiger zur Kontrolle. Erkrankungen werden früher erkannt, die Lebensqualität steigt.
4. Weniger Konflikte
Die Beziehung zwischen Tierarzt und Tierhalter bleibt vertrauensvoll. Diskussionen über Geld treten in den Hintergrund.
Das Problem: Der Versicherungsdschungel
Nicht jede Tierkrankenversicherung ist gleich.
Leistungsgrenzen, Selbstbeteiligungen, Wartezeiten, Ausschlüsse – die Unterschiede sind erheblich. Für Tierhalter ist es schwer, hier den Überblick zu behalten.
Als Tierarzt sehe ich es nicht als meine Aufgabe, Versicherungsbedingungen im Detail zu analysieren. Genau deshalb halte ich spezialisierte Ansprechpartner für sinnvoll, wie beispielsweise Dogtorance.
Ein spezialisierter Makler für Tierkranken- und OP-Versicherungen kennt:
- Unterschiede der Anbieter
- Klauseln und Leistungsgrenzen
- rassespezifische Besonderheiten
- Fallstricke im Kleingedruckten
Das entlastet sowohl Tierhalter als auch Tierärzte.
Vorteile für Tierarztpraxen
Auch für uns Praxen bringt eine höhere Versicherungsquote Vorteile:
- weniger Außenstände
- weniger Inkasso-Fälle
- stabilere Liquidität
- weniger emotionale Konflikte an der Anmeldung
- geringeres Risiko negativer Bewertungen wegen „zu hoher Rechnungen“
Versicherte Tierhalter wechseln zudem seltener die Praxis, was die Kundenbindung stärkt.
Mein Fazit als Tierarzt zur GOT-Reform
Die GOT-Reform 2022 war notwendig, um moderne Tiermedizin wirtschaftlich tragfähig zu machen. Doch sie hat gleichzeitig gezeigt, dass das klassische „Ich lege etwas zurück“-Modell vieler Tierhalter nicht mehr ausreicht.
Eine Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen ist heute kein Luxus mehr – sondern ein wichtiger Bestandteil verantwortungsvoller Tierhaltung.
Wir Tierärzte sind Anwälte unserer Patienten. Wenn finanzielle Hürden Therapieentscheidungen bestimmen, leidet am Ende das Tier.
Deshalb spreche ich das Thema Versicherung heute aktiv an – nicht aus wirtschaftlichem Eigeninteresse, sondern aus medizinischer Überzeugung.
Denn unser Auftrag ist klar: Das Beste für das Tier. Und das gelingt am sichersten, wenn medizinische Entscheidungen nicht am Geld scheitern.

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